Pfarrarchiv OrdNer 20/201 Pfarrgeschichte Hauptkirche
1. Volksblatt von Kriegshaber 03-Okt-1913 unter lokaler Teil
Unter dem Datum Kriegshaber, 08-Okt-1913
1.1 Soldatenverein: im Gasthaus zum "Prinzregent" eine Familienunterhaltung
1.2 Turnerherbstfest: ... der hiesige Turnverein am Sonntag im "Goldenen Adler" [heute Spektrum bzw. ein inzwischen abgebrochenes Haus bei diesem Grundstück; HW]
1.3 Geschäftseröffnung: Im Gasthaus zu den "Drei Rosen"
heilt am Sonntag Herr Hörath Geschäftseröffnung ab mit
Tanzunterhaltung, Gesangverein "Liederkranz" . [heute Gasthaus Finka,
Rößlestr. 17; HW]
1.4 Submission zum Pfarrhof-Neubau
Details zu den Ausschreibungen und Zuschlag
1.5 Gottesdienstordnung in Kriegshaber vom 09-Okt bis 12-Okt-1913
Donnerstag
um 1/2 7 Uhr gest. hl. Jahresmesse mit Libera für die Bäckerseheleute
Joseph und Karlonia Seitz von hier; um 1/2 8 Uhr gest. hl. Jahresmesse
für die Ökonomenseheleute Joseph und Agatha Schmid von Großkissendorf
mit Libera und Grabbesuch.
Freitag:
um 1/2 7 Uhr gest. hl. Messe für die Beiselesche Familie; um 1/2 8 Uhr
hl. Rosenkranz für Julie Dietmaeier, Maurermeisterswitwe.
Samstag:
um 1/2 7 Uhr hl Messe mit Libera für Balbina Klimm; um 1/2 8 Uhr gest.
hl. Jahresmesse für Pius und Franziska Faßnacht, Privatierseheleute von
hier mit Libera und Grabbesuch.
Sonntag:
um 1/2 7 Uhr Frühmesse für die verstorbenen Mitglieder und
Ehrenmitglieder des kath. Arbeitervereins Kriegshaber mit
Generalkommunion der Mitglieder des kath. Arbeiter- und Gesellenvereins
wozu auch die Mitglieder der Marianischen Kongregation eingeladen sind.
Um 8 1/4 Uhr Pfarrgottesdienst mit Predigt und Amt; um 10 Uhr
kirchliche Trauung mit hl Messe.
Am kommenden Samstag von
nachmittags 4 Uhr an haben die Sonntagsschülerinnen und die
christenlehrpflichtigen Jungfrauen die hl. Beichte würdig abzulegen und
am Sonntag nach der Frühmesse die hl. Kommunion gemeinsam mit aller
Andacht zu empfangen.
2. Kirche und Pfarrei z. Hl. Dreifaltigkeit in Augsburg, Herausgegeben von Johann Nuscheler, Stadtpfarrer
an Hl. Dreifaltigkeit. Die Fotografien stammen von R. Berbohm,
Augsburg, der Stadtbildstelle Augburg und aus dem Pfarrarchiv.
Manuskript und Illustrationen wurden vom Herausgeber
selbstverantwortlich zur Verfügung gestellt.
Printed in Germany 1966, 11 Seiten
3. Volksblatt von Kriegshaber 01-Apr-1916
Zur Eingemeindung am 01-Apt-1916, -Seite 1
"Mitten in des Völkerkrieges schweres Daseinsringen / Fällt
eine Friedensarbeit deutscher Heimatkraft / Ein langes Streben endlich
wird gekrönt von froh Gelingen / Ein Heimatwerk, das Glück
und Segen allen schafft. / In Augsburgs Grenzen schmiegt als
weit'res Angebinde / Sich unser Ort ins frische
Großstadtleben ein, / Auf daß die Kleinheit alter
überlebter Zeit verschwinde / Und große Ziele öffnen
sich in lichtem Schein. / /
Wohl ist's ein folgenschwerer Schritt fürs ganze weit're Leben, /
Den wir gemacht nach langem wohlerwog'nem Plan, / Wir haben damit
selbst uns als Gemeinde aufgegeben, / Vertrauen unser Schicksal Andrer
Sorge an. / Es mußte sein ! Die neue Zeit schafft fordernd neue
Bahnen, / Das Alte stürzt und stetig vorwärts drängt die
Zeit, / Und der Gemeinde Selbstbestimmung ihrem steten Mahnen / Zu
opfern waren ehrlich denkend wir bereit. / /
Und nun ist es gescheh'n ! Das Herz mit hoffnungsfrohem Mute, / Die
Brust mit Zuversciht erfüllt, erwartungsreich, / So tritt
Kriegshaber heut mit seinem ganzen Hab und Gute / Als neuer Vorort in
den großen Stadtbereich. / So wollen wir dem Recht und Schutz der
Stadt uns anvertrauen / Und treue Bürger werden, Augsburgs
Söhnen gleich, / Dann werden sicher wir die Zukunft glücklich
werden, für uns segensreich. //
Hans Scheurer
4. Stadtanzeiger 01-Apr-1986
mehrere Artikel zur Eingemeindung vor 70 Jahren, mit Bild von
Kriegshaber nach einem Stich von Johann Georg Merz, der sich im Besitz
der Stadtbibliothek befindet (um 1750), [siehe bei historischen Bildern ]
Unter Chronologie der Durchzüge, Aufmärsche, Verheerungen und Kriege, unter anderem: [Quelle:
Kriegshaber - Geschichtlicher Abriß eines Augsburger Stadtteils
von Maximilian Kraus 01.04.1986; weitere Quellen siehe auch Luis
Dürrwanger Ortsgeschichte von Kriegshaber Teil II Seite 25-32, ca
1953 oder auch Oberhauser Chronik Herausgegeben von Marianne Schuber,
Augsburg 1990, Seite 45-50]
1324: Kaiser Ludwig der Bayer
zieht durch den Weiler Kriegshaber zur Belagerung des befestigten
Schlosses Burgau, das der Ritter Burkhardt von Ellerbach mit 300
Rittern erfolgreich verteidigt.
1376: Die Bayernherzöge Stefan III. "der Kneißl" und Friedrich
verbrennen Kriegshaber und die Ortschaften Göggingen, Inningen,
Oberhausen, Hirblingen, Gablingen, Steppach und Gersthofen, nachdem sie
vorher Augsburg erfolglos belagert und bestürmt hatten.
1462: Bayernherzog Ludwig der Einäugige
[Ludwig IX., der Reiche, von Bayern-Landshut
(1417-1479) ; HW] kommt mit großer Macht auf das Feld von Kriegshaber und
plündert und verwüstet den Weiler, nachdem sich vorher sein
Raubzug gegen Augsburg gerichtet hat.
1492 Während des Schwäbischen Bundesfeldzuges gegen Herzog Albrecht von Bayern
lagert das Heer mit 2150 Pferden und 18 000 Mann Fußvolk
bei Oberhausen und Kriegshaber. [Siehe auch das
Feuerstattguldenregister von 1492;
Hintergrund: Kaiser Friedrich III. (1415-1493) war ständig in
Geldnöten und hat u.a. die Markgrafschaft Burgau an
Bayern-Landshut verpfändet, sein Sohn, der spätere Kaiser
Maximilian I. (1459-1519) wollte Burgau wieder auslösen, hatte
aber auch kein Geld. Die Insassen der Markgrafschaft waren aber
unzufrieden mit der Herrschaft der Bayern und finanzierten den
Rückkauf durch einen Gulden pro Feuerstelle; HW]
1552 Kurfürst Moritz von Sachsen
lagert zwischen Kriegshaber und Oberhausen, um die bedrängten
Potestanten in Augsburg in Augsburg zu helfen. [In Zusammenhang mit dem
Schmalkaldischen Krieges, den letzlich Kaiser Karl V. für sich
entscheiden konnte. Ein Ergebnis des Krieges war der Augsburger
Religionsfriede von 1555, wo Katholiken und lutherische Protestanten
(nicht jedoch Calvinisten) gleichberechtigt wurden.]
1646 Im 30jährigen Krieg
wird Kriegshaber mehrmals von schwedischen und kaiserlichen Truppen
heimgesucht. Am schlimmsten ist es im Oktober 1646, als Franzosen und
Schweden nach einer mißglückten Belagerung von Augsburg
unter Verwüstung der umliegenden Dörfer wieder abziehen.
1704 Als sich während des Spanischen Erfolgekrieges
die bayerischen, französischen und kaiserlichen Besatzungen immer
wieder ablösen, werden die Ortschaften um Augsburg wiederholt in
Mitleidenschaft gezogen und ausgelaugt. [Die Zweite Schlacht bei
Höchstädt am 13-Aug-1704 , wo Kurfürst Max Emanuel von
Bayern zusammen mit
dem französischen Heer unter Marschall Tallard gegen die
verbündeten Heere des
Reiches unter Prinz Eugen von Sayoyen und Englands unter Herzog
von Marlborough entscheidend verloren hat, und aus dem Spanischen
Erbfolgekrieg ausschied. siehe Wikipedia; HW]
1770 Die Wagenkolonne des pompösen Brautzuges von Maria Theresias 15jähriger Tochter, der Erzherzogin Marie Antoinette,
zieht von Augsburg kommend mit 370 Pferden und 57 Wagen in Richtung
Günzburg, in der Absicht, die Braut dem französischen
Dauphin, dem späteren König Ludwig XVI., zu übergeben.
5. Kriegshaber seit 70 Jahren bei Augsburg, Verlagssonderveröffentlichung vom 8./9.5.1986 Nummer 105
Artikel: "Ehevertrag" nach langen Verhandlungen
Foto: Hauptstraße (heute Ulmer Straße) in der Höhe vom Zollhaus in Richtung Westen, Kirche mit gotischem Turm
Wohnen in Maschinenhallen: Die Sanierung der denkmalgeschützten Kuka-Fabrik
Foto: Innenhof Kukagelände
Ein Name und viele Deutungsversuche (zum Namen Kriegshaber, siehe auch L. Dürrwanger Dissertation)
"AGH" - über 40 Firmen unter einem Dach, Eine Idee mit Modellcharakter
Foto AGH von Osten aus gesehen
6. Die "Poesie der Dinge Gottes" wieder ertasten zwischen Himmel und Erde in der Kapelle der Heiligsten Dreifaltigkeit, Kriegshaber von Pfarrer Werner Schnell, Kunstreferent der Diözese
7. Artikel der AZ vom 4./5.5.1996: Von der -Gemeinde zum Stadtteil, Kriegshaber Bürger feierten 80 Jahre Eingemeindung
8. Mappe I/1: Pfarr- und Ortsgesschichte - Pfarrbeschreibung
Darin u.a.,
Einverleibung von Vororten in die Stadt Augsburg, vom K.
Staatsministerium des Innern an die K. Regierung von Schwaben und
Neuburg vom 22-Okt-1908
9. Mappe: Kirchliche Baufond-Rechnungen 1859 bis 1867
10. Mappe: Erbauung der Pfarrkirche: Voraus-Maße u. Kostenberechnung v. Maurermeister Treu, Augsburg, 30-Mar-1866
11. Mappe: Erbauung der Pfarrkirche 1866-1868
Darin u.a.
Zeichnung des Kirchplatzes (zwischen Kirche und Hauptstraße)
Zeichnung der Fa. Joseph Kessler Installatinsgeschäft von
16-Jun-1936 mit Plan der Kirche M 1.100 mit elektrischen Leitungen
Grundriß der Stadtpfarrkirche, undatiert, aber entsprechend dem Installationsplan der Fa. Kessler
Plan der Kirche , datiert 1868
12. Mappe Restaurierung der Pfarrkirche 1906
Rechnungen und Verträge
13. Mappe V/2: Pfarrkirche Instandsetzung u. Turmumbau 1929
Schriftverkehr, Verträge, detallierte Rechnungen, u.a. Turmuhr
14. Mappe V/4: Schadensmeldung an Kriegsschädenamt, zerstörte Pfarrkirche
Schriftverkehr 1946-1948
Darin u.a.: "Das Kirchenschiff, der Chor, die Anbauen, Treppenaufgang,
Sakristei, Vorhalle sind bis auf die Fundamente ganz zerstört oder
so beschädigt, daß sie abgetragen werden müssen. Der
Turm ist bis auf geringe Schäden erhalten geblieben."
Schadensliste mit Anschaffungsjahr und Anschaffungspreis
Ausweis für Fliegergeschädigte vom 23-Aug-1944 für den Pfarrhof , eingestuft als Mittelgeschädigt.
Quelle: Pfarrarchiv Hlst. Dreifaltigkeit Augsbrg-Kriegshaber, Ordner 20 /201
Heinz Wember
Änderungsstand: 09-Dez-2009 15:10
Änderungsstand: 02-Dez-2009 22:20
Heinz Wember