Kommentare zu den gezeigten Auswertungen
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Kommentare zu den Kirchenbuch-Auswertungen
1. Zu der Liste der Namen in der Datenbank
Dies ist eine Standardauswertung des Programms GeneaNet. Nachdem diese Datenbank so eingestellt ist, dass man die Lebensdaten der Personen, die nach 1910 geboren sind, nicht anzeigt, stehen bei diesen Personen auch die Lebensdaten nicht in diesem Ausdruck. Durch eine andere Einstellung z.B. alle Personen, die nach 1910 geboren sind, nicht anzeigen, kann man auch die Anzeige der Namen ganz unterdrücken. Dass die Personen, die vor 1910 geboren sind, überhaupt nicht gezeigt werden, kann man bei GeneaNet nicht einstellen. Jedoch kann man bei einzelnen Personen, die nach 1910 geboren sind, die Anzeige der Lebensdaten ermöglichen.
Normalerweise wird bei diesem Ausdruck, wenn er direkt vom Programm GeneaNet erzeugt wird, auch der Link zu der betreffenden Person in der Datenbank angegeben. Dieser Link wurde natürlich für diese Auswertung in diesem Buch unterdrückt.
Das Zeichen Wellenlinie für Taufe dürfte allgemein bekannt sein. In den frühen Kirchenbüchern wurde nur das Datum der Taufe, jedoch nicht das Datum der Geburt verzeichnet. Später wurde beides in das Kirchenbuch eingetragen. Nachdem es früher üblich war, die Kinder kurz nach der Geburt zu taufen, ist das Taufjahr in der Regel auch das Geburtsjahr.
/ vor dem Jahr bedeutet natürlich, dass das genaue Jahr unbekannt ist, jedoch vor dem angegebenen Jahr liegt. Ebenso ist die Bedeutung / nach einer Jahreszahl, Jahr unbekannt aber nach dem angegebenen Jahr.
Nachdem das Buch Beerdigungen nur in Einzelfällen erfasst wurde, steht bei den Jahreszahlen der Personen im allgemeinen kein Todesjahr.
Auch sind wegen der großen Anzahl der Geburten nicht alle Taufen in der Datenbank eingetragen.
Es wurde aber der größte Wert auf die vollständige Erfassung aller Heiraten gelegt.
2. Liste der Einträge sortiert nach Orten
Diese Auswertung in dieser Form wird in GeneaNet nicht angeboten, dies ist eine Auswertung aus GeneWeb.
GeneWeb ist das Genealogieprogramm , das auf einem PC installiert ist. Natürlich sind die Daten bei mir im PC und GeneaNet identisch, der Unterschied ist jedoch, bedingt durch das Personenschutzgesetz, dass die zu schützenden Personendaten bei GeneaNet nicht gezeigt werden. Nachdem bei dieser Auswertung die Personennamen zu den Orten überhaupt nicht gezeigt werden, ist dies unproblematisch. Es ist also möglich, dass sich mancher Ort auf eine Person bezieht, die erst nach 1910 geboren wurde. Anzahlmäßig sind das aber wenige Personen. Wenn überhaupt Jahreszahlen nach 1910 gezeigt werden, stammen diese von den Betreffenden selbst, die sie mir gegeben haben und auch einverstanden waren, dass sie gezeigt werden.
Nachdem zumindest in Augsburg die Standesamtsdaten nach 1885 bis ca. 1910 an das Stadtarchiv abgegeben wurden, kann auch ein Außenstehender diese Daten im Stadtarchiv einsehen und auswerten. Dies hat der Verfasser zu diesem Zeitpunkt (2020) noch nicht gemacht. Die geschützten Daten zu den Personen, also die Geburtsdaten nach 1910, kann ein Nachfahre beim Standesamt erfragen. Nachdem der Verfasser keine Vorfahren in Kriegshaber hat, sind diese Daten auch nicht ausgewertet worden.
Wie ersichtlich ist der Geburts-, Heirats- und Beerdigungsort Kriegshaber spezifiziert angegeben. Speziell im 19. Jahrhundert wurde in den Kirchenbüchern nicht nur der Ort, sondern auch die Hausnummer in Kriegshaber angegeben. Jedoch muss man wissen, dass dies immer die Hausnummer zum Ereignisjahr (Geburt, Heirat, Beerdigung) war. In den verschiedenen Katastern (1840, 1854, 1867 und 1892) bedeutet eine Hausnummer oft oder sogar meist eine andere Flurnummer. Nachdem besonders nach 1830 sehr viel in Kriegshaber gebaut wurde, entstanden auch viele Hausnummern mit Brüchen. Dies ist an anderer Stelle schon detailliert erläutert worden.
3. Die Hochzeitsdaten von 1658 bis 1885
Diese Auswertung stammt aus der Tabelle hochzeiten, die aus folgenden Quellen manuell erstellt wurde:
a) Hochzeitsbuch von 1952 (Quelle A9)
b) aus den Kirchenbüchern von Kriegshaber und Oberhausen (hier nur die Daten, die Kriegshaber betreffen)
Nachdem nach gründlichem Vergleich der Quellen a und b festgestellt wurde, dass die Quelle a sehr unvollständig war, wurden die Kirchbücher komplett gelesen, um die Daten zu vervollständigen.
Es wurde deshalb eine eigene MySQL-Tabelle erstellt, da die Datenbank, die dem Programm GeneWeb bzw. GeneaNet zu Grunde liegt, sich für die Erstellung der Bevölkerungsstatistik nicht eignet. Die Übersicht der Ergebnisse dieser Statistik ist im Band 1 des Buches Kriegshaber dargestellt. Die Details zu der Bevölkerungsstatistik für Kriegshaber im Vergleich zu zwei anderen Genealogien (Adelsgenealogie hwember1 und meiner eigenen Genealogie, die nicht öffentlich im Internet gezeigt wird) , wird in Internet unter der Adresse
https://heinz-wember.de/gen/BevStatistik/index.html
gezeigt. Als Buch wird diese Bevölkerungsstatistik 2021 veröffentlicht.
4. Zwei Beispiele von Familiengenealogien
Bei diesen Auswertungen wurden in der Regel nur die Kirchenbuchdaten, die im Falle von Kriegshaber bis ca. 1880/1885 veröffentlich sind, verwendet. Spätere Daten wurden auf Grund des Personenschutzgesetzes nicht vom Bistumsarchiv veröffentlicht, obwohl die Mormonen diese Daten nach dem 2. Weltkrieg im Archiv fotografiert haben. Das Kirchenarchiv hat sich bei der Veröffentlichung an das damals geltende Personenschutzgesetz gehalten. Alle Daten nach 1875 sind ja im Standesamt verzeichnet, Nachfahren können also diese Daten bekommen. Seit kurzem sind die meisten oder alle Kirchenbuchdaten des Bistums Augsburg im Internet veröffentlicht. Dem Verfasser waren allerdings mit Zustimmung des Ortspfarrers diese Daten seit ca. 2000 im Detail bekannt. Früher wie heute kann man im Bistumsarchiv die Filme bzw. die digitalisierten Seiten der Kirchenbücher einsehen.
In den veröffentlichten Kirchenbüchern gibt es auch Indizes zu den Ereignissen, die dem Pfarrer und natürlich auch dem Forscher die Suche erleichtern. Diese Indexdaten gehen je nach Ereignis (Geburt, Hochzeit, Beerdigung) unterschiedlich weit, teilweise bis 1920. Hier wird nur der Name, das Datum und der Verweis auf den Eintrag im detaillieren Buch gezeigt. Wenn dieses Datum aber nach 1885 liegt, hat man nur diese Indexdaten zu Verfügung und kann natürlich nicht auf die üblichen Einträge wie Eltern schließen. Bei den hier gezeigten Familiendaten sind deshalb manchmal unbekannte Namen der Eltern mit NN bezeichnet. Zwar konnten manche Familienzusammenhänge an Hand der Inschriften auf den in Kriegshaber stehenden Grabsteinen ermittelt werden, auch wurde mir von den heute Lebenden manchmal die Zusammenhänge mitgeteilt, aber dies ist nur in Ausnahmefällen gemacht worden. Die betroffenen Familien kennen natürlich anhand ihrer Stammbücher diese Details.
5. Kindersterblichkeit
Diese Auswertung ist ein erschütterndes Ergebnis. Es wurden hierzu zwar nur 6 Jahre (1851-1856) ausgewertet, aber es waren immerhin 174 Personen. Möglich wurde dies durch den Umstand, dass der Pfarrer im Kirchenbuch bei den Taufen, das Todesdatum nachgetragen hat. Wenn also kein Todesdatum vorhanden war, war die Person erwachsen geworden. Die letzte verfilmte Taufe war 1885, die letzte erfasste Taufe für die Auswertun der Kindersterblichkeit war 1856. Dass dies bei einer Person, die 1856 geboren ist, nur 19 Jahre und nicht 21 Jahre sind, ist kein großer Fehler. Es sind kaum Personen zwischen 19 und 21 Jahren gestorben.
Nun zu den Zahlen:
Es wurden 139 Kinder ausgewertet, die ehelich geboren wurden und 35 unehelich geborene Kinder. Man konnte also sowohl die Gesamtauswertung als auch die getrennte Auswertung nach ehelich und unehelich durchführen.
Bei der Gesamtzahl wurden 77 Personen bzw.44 % kein Jahr alt.
Von allen erfassten Personen wurden 90 bzw. 52 % nicht erwachsen.
Es sind also nur 48 % erwachsen (= mindestens 21 Jahre) geworden.
Nun die getrennte Auswertung:
Bei den ehelich Geborenen sind nur 46 % erwachsen geworden.
Bei den unehelich Geborenen waren 57 % erwachsen geworden.
Als möglicher Grund, warum mehr illegal geborenen Kinder erwachsen wurden, fällt mir nur die Tatsache ein, dass die Mütter der unehelich Geborenen im Durchschnitt beachtlich jünger waren als die Mütter der ehelich Geborenen. Vermutlich war dies auch bei den Vätern der unehelich Geborenen der Fall, aber dies ist hier nicht nachweisbar. Nur in den Fällen, wenn bei der Heirat einer Frau mit unehelich geborenen Kindern die Kinder anerkannt wurden, ist der Vater bzw. Adoptivvater erwähnt.
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Heinz Wember
Übersicht Kirchenbücher
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Heinz Wember